12 Juli 2014 - 06:00
Verhandlungen über das iranische Atomprogramm: Freitag werden die Außenminister in Wien erwartet

Um die aktuellen Verhandlungen zwischen Iran und der G5+1 über das iranische Atomprogramm voranzubringen, werden die Außenminister der beteiligten Länder am Freitag in Wien eintreffen, meldet die Nachrichtenagentur IRNA.

Die Minister werden voraussichtlich bis Sonntag an den Verhandlungen teilnehmen und zusätzliche Gespräche führen. Die Beteiligten gehen nicht davon aus, dass schon an diesem Wochenende ein unterschriftsreifes Abkommen vorgelegt werden kann. Vielmehr sollen die Verhandlungen nächste Woche fortgesetzt werden.

Der Iran will sich von der ablaufenden Frist bei den aktuellen Atom-Gesprächen nicht unter Druck setzen lassen. «Wir hoffen weiterhin, dass wir bis zum 20. Juli zu einer Einigung kommen, aber nicht um jeden Preis», sagte die Sprecherin des iranischen Außenministeriums heute in Teheran. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, sei der Iran zu einer Verlängerung bereit. Russland reagierte unterdessen auf Äußerungen des französischen Außenministers Laurent Fabius, dass die Einigkeit in der 5+1-Gruppe bedroht sei. Russland dränge darauf, dass der Iran sich dem strengen Kontroll-Schema der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) unterwerfe, wolle aber keinen Präzedenzfall für noch viel striktere Inspektionen akzeptieren, sagte ein Diplomat der russischen Agentur Itar-Tass. Einen Bruch in der gemeinsamen Verhandlungslinie der 5+1-Gruppe wollte er darin jedoch nicht sehen. Bis zum 20. Juli soll der seit mehr als zehn Jahren andauernde Streit um das iranische Atomprogramm beigelegt sein. Ziel ist einerseits die Gewissheit, dass der Iran keine Atombombe baut, andererseits die Aufhebung der gegen den Iran verhängten Sanktionen.